Bitcasa – die unendliche Festplatte

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Technology Review berichtet über eine unendliche Festplatte, ein Clouddienst der für 10 Dollar im Monat unendlich viel Plattenplatz zur Verfügung stellen möchte. Alle Daten sollen somit nicht mehr (nur) auf der lokalen Festplatte gespeichert sein, sondern auch in der Cloud. Um vor Netzwerkproblemen geschützt zu sein, bzw. die Auswirkungen klein zu halten, wird das Zugriffsverhalten auf die Daten analysiert, um vermutlich bald wieder genutzte Daten nicht umständlich aus dem Internet laden zu müssen. Um die auf den Servern zu speichernde Datenmenge gering zu halten, wird komprimiert und gleiche Dateien unterschiedlicher Nutzer nur einmal vorgehalten.

Mir graust es da auf so vielen Ebenen. Dropbox macht das Speichern zwar ähnlich, allerdings wird dabei nur ein bestimmtes Verzeichnis auf Fremdserver gespiegelt. Somit ist man sich immer bewusst, dass das, was da rein kommt, automatisch auf ein System außerhalb der eigenen Kontrolle kopiert wird. Solange es sich dabei noch um eine relativ kleine Menge handelt ist die Gefahr auch für Normalsterbliche noch übersichtlich. Bei “unendlichem” Speicher verleitet das aber leicht zu Unachtsamkeiten.

Wenn ich jetzt mal die potentiellen Probleme mit Verfügbarkeit und korrupten Daten einfach außer Acht lasse, gibt es da immer noch das Problem, dass ich damit meine Daten aus der Hand gebe und sie zur freien Verfügung auf einem Fremdsystem speichere. Darüber hinaus wird nachgehalten, wie ich meine Daten nutze, wann ich etwas geöffnet habe. Dies erlaubt ein recht klares Bild von meinen Gewohnheiten, sowohl inhaltlicher als auch zeitlicher Natur. Ich warte nur darauf, dass Kunden dieses Dienstes entsprechend persönliche Kaufangebote unterbreitet werden. Dann wissen die aber auch ganz genau, warum Ihnen abends am Rechner günstigstes Viagra angeboten wird…

Auch wenn ich volles Vertrauen in den Betreiber habe(n könnte), ist immer noch vieles fraglich, auch insbesondere der Zugriff durch die Staatsgewalt(en), unter Umständen auch verschiedenster Länder. Auch hier wieder: ein recht genaues Profil ist verfügbar, eins, bei dem selbst der Bundestrojaner grün vor Neid werden dürfte.

Positiv ist natürlich zu erwähnen, dass das Ganze auch nutzbar ist, wenn man alle Daten fein säuberlich vorher verschlüsselt und den Dienst nur zu Backupzwecken und nicht als Live-Festplatte nutzt.