Ebay, Betrugsversuch

Wieder einmal beglückt mich Ebay mit der Hässlichkeit der Welt. Eine Bekannte von mir fand ein Angebot, das zu schön schien, um  wahr zu sein. Ein Gerät, zum Preis von der Hälfte des normalen Neupreises, neu, „OVP, Händler“.

Händler: also Gewährleistung und 14 Tage Rückgaberecht, allerdings war das Verkäuferkonto nicht als Händlerkonto eingerichtet.
Kann ja mal passieren.
Das Konto hatte 10 Bewertungen als Verkäufer, alle über ein Jahr her.
Man kann ja langsam anfangen und dann Pause machen.
Von dem Gerät seien 5 Stück verfügbar zum Sofortkauf, die gingen auch wegen des Preises innerhalb von 2 Stunden weg.
Ungewöhnlich, nach über einem Jahr Pause, aber naja.
Nach dem Kauf erhält man ja eine Email mit Kontaktdaten. Etwas Paranoia vorausgesetzt, wartet man auf diese Mail und prüft dann, ob die Daten des Handelspartners stimmen. Etwas Geschick bei der Benutzung von Suchsystemen schafft da Klarheit, ob die Person auch existiert – mit Nichexistenten kann man keinen durchsetzbaren Vertrag schließen.
Also auf „Kaufen“ geklickt, aber irgendwie kam keine Kaufbestätigung als Email von Ebay.
Alles sehr seltsam.
Verkäufer kontaktiert, um die Daten des Handelspartners zu erhalten – vielleich hat Ebay gerade einen Schluckauf. Es kam keine Reaktion, wie schon befürchtet. Wenn etwas zu gut aussieht, um wahr zu sein, dann ist es das meist auch nicht (nicht immer…).

Der Kauf war an einem Mittwoch, der Kontaktversuch am Freitag, am Dienstag dann eine Meldung an Ebay, dass das alles komisch aussieht, und der Kontaktversuch fruchtlos blieb. Dann Donnerstag kam eine Email von Ebay, dass doch bitte bezahlt werden solle, die Kontaktdaten des Verkäufers beinhaltend. Da stand dann ein Name, PLZ und Ort – eine Straße und Hausnummer fehlte(?). Kreatives Stalking per Google brachte dann noch eine Adresse und auch eine Telefonnummer. Ich habe dann am Freitag den originalen Inhaber des Ebay-Kontos telefonisch erreichen können, der schon am Mittwoch eine Meldung an Ebay abgegeben hatte, dass wohl sein Konto misbraucht würde.

Dann darauf den Montag abend erhielten wir von Ebay eine Meldung, dass der Kauf wohl eher nicht wirklich so voll und ganz zustande gekomme sei.

6 Tage nach unserer Meldung, 5 Tage nach Meldung des Kontoinhabers. Währenddessen wurden noch weitere Artikel angeboten und verkauft. Somit sind 9 (4 weitere für ‚unser‘ Gerät, 5 weitere für ein anderes) Personen möglicherweise auf einen Betrug mit einem gekaperten Konto hereingefallen. Mindestens die 5 für ein anderes Gerät hätten verhindert werden können, wenn die Reaktion von Ebay halb so lange gewesen wäre.

Naja, ist halt so, auf Ebay gibt es Betrüger, und die Plattform kümmert sich um kleine Betrugsfälle wenig. Ebenso wie um andere Zweifelhaftigkeiten.

Ebay ist für Verkäufer wirklich nicht mehr nutzbar…

Da hatte ich das letzte Mal, als ich noch etwas verkauft hatte, mich ja schon sehr geärgert, dass betrügerischen Käufern immer mehr Macht gegeben wird. Mai 2015 hat man wohl beschlossen, dass auch Versand als Einnahme gelten kann, und es werden 10% der Versandgebühren als Ebay-Gebühr noch drauf geschlagen. Die Änderung hatte ich gar nicht mit bekommen, bevor ich vor kurzem etwas verkauft habe. Das ist mir jetzt in der Abrechnung aufgefallen.

Das ist jetzt wirklich nur noch eine Frechheit, schließlich zahle ich dann drauf, wenn ich tatsächlich anfallendes Porto da angebe. Nun denn, das war es jetzt wirklich, ich verkaufe nichts mehr auf Ebay. Die Wegelagerei sollen mal schön andere bezahlen.

System ebay hat sich überlebt

Als privater Verkäufer steht man heute ziemlich verloren da. Das Bewertungssystem, was es ermöglichen sollte, gute von schlechten Verkäufern zu unterscheiden, ist meiner Meinung nach nur noch eine Farce, und lässt betrügerischen Käufern viel zu viel Macht.

Davon abgesehen, dass ebay bei ungerechtfertigten negativen Bewertungen nicht einschreitet, gab es darüber hinaus dieses Jahr eine Änderung, die es einem Käufer noch schwerer macht, den Hintergrund einer Bewertung zu beurteilen. Die Benutzernamen der Bewerter werden nicht mehr angezeigt. Damit kann man nicht mehr das Bewertungsverhalten dieser Bewerter prüfen.

Bei negativen Bewertungen habe ich zumindest immer noch bei den abgegebenen Bewertungen des unzufriedenen Käufers nach gesehen, ob der nicht vielleicht immer wieder überzogene Forderungen hat. Das ist jetzt aber nicht mehr möglich. Wie schon hier beschrieben, versuchen Bewertungserpresser, von Verkäufern mehr oder anderes zu erhalten, weil sie eben einen relativ mächtigen Hebel haben. Dank der Änderungen wird dieser Hebel immer stärker.

Im Gegenzug habe ich als Verkäufer aber keine Handhabe. Weder kann ich Käufer zwingen, überhaupt eine Bewertung abzugeben, noch kümmert sich ebay um ungerechtfertigte Bewertungen. Und als privater Verkäufer ist eine Klage vor Gericht wenig zielführend.

Wie weit es jetzt schon gekommen ist, habe ich soeben wieder erfahren. Ich hatte eine 80 Watt HQL Pflanzlampe verkauft, komplett mit Leuchtmittel, für etwa 17 €. Die Leuchtmittel alleine kosten neu 50-100 €, und müssen nach ca. 2 Jahren ausgetauscht werden, weil sie dann einfach zu dunkel sind. Jetzt schreibt mir doch die Käuferin, dass ich angeblich das Leuchtmittel nicht mitgeschickt hätte, und dass ich das doch nachliefern solle. Gut, in Realität ging der Schuß mal gehörig nach hinten los, denn ich hatte das Paket noch gar nicht abgeschickt.

Aber davon abgesehen: was würde ich in dem Fall machen, dass ich mit solchen Behauptungen konfrontiert bin, wenn ich das Beweisstück nicht mehr in den eigenen Händen halte? Dann würde ich als Verkäufer dumm da stehen, und könnte mir überlegen, ob ich auf die vermutliche Erpressung eingehe, und noch ein Leuchtmittel hinter her schicke, oder wieder eine negative Bewertung einkassiere. Soll ich alle Schritte beim Einpacken und Versenden von einem Zeugen begleiten lassen, der korrekterweise bezeugen kann, dass alles richtig war? Selbst wenn, es gäbe doch keine (sinnvolle) Instanz, die das interessiert!

Und selbst wenn es noch die Möglichkeit gäbe, das Bewertungsverhalten von Käufern zu prüfen, wäre auch das umgehbar, dann macht man sich halt für jeden neuen Betrugsversuch einen neuen User.

Somit bleibt für mich als Verkäufer ebay eine Plattform, für die ich Wegezoll zahle, aber nicht vor den Banditen geschützt werde. Dazu kommt natürlich, dass alle Gebühren, die ich zahle, in Luxemburg (nicht) versteuert wird.

Gefällt mir nicht mehr.

 

 

Nikon D7000 – Nur 403 Auslösungen… ich hasse Euch!

403Auslösungen

So etwas muss ich bei EBay lesen. Die Nikon D7000 – ich möchte hier nicht behaupten, dass Nikon besser sei als Canon – ist der Semiprofi-Bereich. Wer wirklich gute Fotos machen möchte, wird eine Vollformat- (verglichen zu Kleinbild) Kamera bevorzugen. Wer, wie ich, aufs Geld schauen muss, akzeptiert die APS-C-Sensoren, wie sie auch in der D7000 verbaut sind.

DSC_8852Wer aber verkauft seine D7000 nach nur 403 Auslösungen? Ich muss mich mit einer gebrauchten D80 zufrieden geben, die alleine während der 4 Monate, die ich sie habe, knapp 6.000 Auslösungen erleiden musste. Vielleicht hau ich zu oft auf den Auslöser, aber dennoch: ein paar Größenordnungen?

ebay: Bewertungserpressung für Anfänger

Angeboten hatte ich einen defekten Monitor. Beschreibung: „Bis er kaputt ging, hat er prima funktioniert“. Kann ja sein, dass jemand etwas damit anfangen kann, aber: ist halt kaputt. Sonstiger Zustand des Monitors: alt, gebraucht, leicht staubig. Den Zuschlag bekam der Höchstbietende bei 1,50 €, zzgl. 6,90 € für DHL-Versand.

Versendet, alles kein Problem. Dachte ich…

Hallo,
ich habe ihren Monitor bekommen,
Leider ist er ganz anders als in der Beschreibung.
Der Gehäuse und Displayrahmen hat starke Öffnungsspuren wegen eines Öffnungsversuchs, Display hat einen Fleck.
Das Netzteil und sonst alles vollkommen umgelötet ist. Vielleicht haben Sie mir den falschen Monitor zugeschickt, denn sowas steht nicht in ihrer Arikelbeschreibung?In Ihrer Beschreibung steht aber alles anders.

Soso? Öffnungsspuren? Nicht, als ich den hier hatte. Umgelötet? Sicher nicht von mir. Und in der Beschreibung steht alles anders? Da stand nur: ist defekt. Da ich ein höfilcher Mensch bin, und nicht direkt anworten wollte, was ich mir wirklich gedacht hab („Wat willsu? Hastu kaputt gekauft und kaputt bekommen…“), sondern wahrheitsgemäß:

Es tut mir leid, dass der Artikel nicht Ihren Erwartungen entspricht. Mir sind keine Öffnungsspuren aufgefallen, und ich habe nicht versucht, den Monitor zu öffnen. Sollte der Vorbesitzer das Gerät bereits geöffnet haben, so ist mir das leider nicht aufgefallen.
Das Display war bis zum Ende fehlerfrei, es mag den einen oder anderen Dreckfleck haben. Bei defekten Geräten achte ich aber auch nicht übermäßig auf den visuellen Zustand. Darüber hinaus habe ich gar keine Angaben zum sonstigen Zustand des Geräts gemacht, außer, dass es defekt ist und bis zu seinem Ableben problemlos funktionierte.

Und jetzt kommt der Hebel, mit dem der Käufer das Geld wieder haben möchte. Vorwurf des Betrugs:

Ich habe zu genüge die Erfahrung gemacht, dass Leute ohne die geringste Kentniss oder Ahnung an Ihren Monitoren „rumschrauben“.
Es wird unsachgemäß das Gehäuse geöffnet, die Platine rabiat umgelötet und dann am Ende (wenn das alles nichts geholfen hat) wird die Ware einfach als „Defekt“ verkauft, obwohl es zu einem hoffnungslosen Schrotthaufen geworden ist.
So wie an der Elektronik gebastelt wurde, kann es prinzipiell nicht mal
eine Minute lang funktionieren!

Was haben Sie sich eigentlich dabei gedacht?
An einen perfekten Betrug?
Ich verstehe den Begriff ‚Defekt‘ aber wenn man solche Geräte ohne eine Ahnung aufmacht etwas rumbastelt
dann etwas wechselt und am ende in der artikelbeschreibung nichts davon erwähnt dann führt man dem käufer ziemlich hinters licht.
Wie gesagt, die Fehler sind gravierend, besonders die umgelötete Elektronik.

Schicke ich Ihnen gerne den Monitor auf Ihre Kosten zurück.
Überweisen sie mir einfach insgesammt 15,30 Euro ( 1,50 Euro Kaufbetrag +
6,90 Euro Lieferung + 6,90 Euro Rücklieferung.)

Leider, leider, das ist alles unwahr. Meine klare Antwort:

Sehr geehrter Herr Xxx,

ich verwahre mich gegen Ihre Unterstellungen. Wenn Sie unter defekter Ware etwas anderes verstehen, als ich, tut es mir sehr leid. Ihre Forderung ist leider nur als lächerlich zu bezeichnen, und Sie verkennen eklatant, dass der Erfüllungsort eines Kaufvertrags bei einem Privatverkauf die Haustür des Verkäufers ist. Somit wurde der Versand in Ihrem Auftrag durchgeführt. Selbst wenn Sie einen Rückerstattungsansprcuh hätten, den ich in voller Form ablehne, würde der sich lediglich auf den Kaufpreis erstrecken.

Mit freundlichen Grüßen,

Nun der zweite Hebel, direkter Verweis auf die Bewertungen bei ebay:

Ich habe bei Ihnen einen Defekten und kein Schrott gekauft!
Und in der Beschreibung steht nicht, dass er bebastelt wurde!
Außerdem ist die Lieferung unvollständig!
Es fehlen Kabeln,Schrauben, Netzteikabdeckungen uws.
ich habe nicht als Ziel Geld zu erpressen, mir geht es hier um Ehrlichkeit, wozu bei eBay auch das Bewertungssystem dient.

Angeboten hatte ich einen Monitor. Kein Wort von Kabeln. Ich liefer doch bei defekten Geräten nicht auch noch Kabel mit, die sind doch mehr wert, als ich überhaupt an Geld bekommen könnte.
Ich finde es schon interessant, wenn mir jemand bei einem Wert von 1,50€ Betrug vorwirft. Sollte ich sowas machen, wird das sicher nicht für so einen Betrag gemacht. Und ich werde schon immer vorsichtig, wenn jemand direkt Straftaten erwähnt.

Sehr geehrter Herr Xxx,

scheinbar hat Ihre Vorgehensweise Methode. Ich zitiere eine Bewertung eines anderen ebay-Mitglieds: „vorsicht wirde beleidigend und sagt die unwahrheit nicht zu empfehlen“. Interessanterweise ging es dabei auch um einen als defekt verkautften Monitor. Man könnte das Gefühl bekommen, dass es Ihnen um den „perfekten Betrug“ geht.

Tun Sie, was Sie nicht lassen können. Der Kauf ist endgültig, und Ihr Geschäftsgebahren leider nicht als normal zu bezeichnen. Sie werden von mir keinen Cent erhalten. Damit ist von meiner Seite alles gesagt.

Natürlich kam dann eine negative Bewertung, ich bin ja nicht auf die unrechtmäßigen Forderungen eingegangen. Ein Blick in die von dem Käufer gegebenen Bewertungen zeigt ein recht klares Muster. Hier ein Auszug aus den abgegebenen Kommentaren des Käufers:

9.9.2012: Gerät hat Gebrausspuren, Displayschade,Elektronik verbrannt.Keine Einigung mögl
Antwort: Das Gerät ist als defekt angeboten+verkauft worden! Ohne Brandschaden, erfunden!
Gegenantwort: Defekt? Das ist elektroabfall!

7.11.2012: Müll Entsorgung über Ebay + dafür Geld
Antwort: Frechheit! Monitor wurde defekt angeboten. Was erwartest Du für 1 Euro???

17.11.2012: Verschwieg Wasserschaden HAT ES GEWUSST!Ware Für SperrmüllNicht zu empfehlen

20.11.2012: Durch unfachmännische Reparaturversuche völlig zerstörtes Gerät. UNBRAUCHBAR!
Antwort: Als Ersatzteil/Defekt versteigert,vom Innenleben hatte ich keine Ahnung.

28.11.2012: Vorsicht! Beschreibung und Realität weichen stark ab.Ware nach 11 Tage.
Antwort: Es stimmt nicht ware wurde genau beschr. am 21.hat er bez.am 27.hat er erhalten

5.12.2012: Durch unfachmännische Reparaturversuche völlig zerstörtes Gerät.Nie wieder!