Lockere Modulationwheels

Ich hatte einen Yamaha SY-35 bei ebay erstanden und glücklicherweise bestand der Verkäufer auf Selbstabholung. Wir vereinbarten also einen Termin und ich kam zur Abholung. Nachdem ich in die Wohnung gebeten wurde, eröffnete mir der Verkäufer, dass er kurzfristig von seinem Bruder erfahren habe, dass das Modulationwheel an dem Synthesizer defekt sei, es wackelt stark und macht den Eindruck, als sei etwas abgebrochen. Er bot mir einen erheblichen Preisnachlass dafür an, viel höher, als ich je verlangt hätte (danke dafür nochmal!).

Später hatte ich einen Yamaha W7 bei ebay gekauft, wobei der Artikel so beschrieben wurde, als sei nichts besonderes zu erkennen, als einziges Problem wurde erwähnt, dass immer der selbe Sound gespielt würde. Als der W7 dann bei mir ankam, sah ich, dass das Modwheel seltsam geneigt war. Bei Berührung wackelte und klapperte da was. Der Vorbesitzer behauptete aber steif und fest, da sei alles in Ordnung, die Post müsse schlecht mit dem Gerät umgegangen sein. Ich glaube nicht, dass die Post damit was zu tun hatte, da war nichts abgebrochen. Mehr zum W7 später.

Bei beiden Geräten gab es das gleiche, einfach zu behebende Problem. Das Modulationwheel ist ein gekapseltes Poti, das mit einer Mutter an einer Halterung angeschraubt ist. Diese Mutter löst sich durch ständige Nutzung, wie alle Muttern, bei denen eine Kraft in Achsrichtung wirkt. Einfache Lösung war in beiden Fällen die Öffnung des Gehäuses und kurzes Nachziehen der Mutter mit einem Maulschlüssel. Aufwand pro Gerät vielleicht 30 Minuten, von denen das Öffnen und Schließen des Gehäuses das schlimmste war.

Korg C-35 Concert Piano Fehleranalyse

Vor kurzem erstand ich ein E-Piano von Korg, Typ C-35 Concert Piano. Die Beschreibung bei ebay lässt sich einfach zusammen fassen: Ton sehr leise, aber lautes Knarzen in den Lautsprechern.

Eine kurze Suche im Internet ergab, dass es sich um einen öfter vorkommenden Fehler handeln dürfte, bei dem der Mixerteil des Logik-/Vorverstärker-/Mischerboards stirbt, weil Kondensatoren auslaufen.

In der Hoffnung, dass nur dies auch hier der Fall ist, kaufte ich das E-Piano. Zum Öffnen mussten hinten links und rechts je 2 Schrauben geöffnet werden und unten links und rechts je 3. Der Deckel kann dann – noch gehalten von 2 Scharnieren – nach hinten geklappt werden. Zum Vorschein kamen die 2 Platinen, wovon die rechte für die Stromversorgung und die Endstufe und die linke für die Tonerzeugung und Vorverstärkung zuständig ist. Das Logikboard versteckt sich unter einer Metallfolie. Folie und Platine sind mit einer guten Menge an Schrauben fest gehalten. Nachdem alle Schrauben und Steckverbinder gelöst waren, konnte ich mir das Board genauer ansehen. Einer der vielen Kondensatoren, die sich im Mixerbereich knubbeln, war tatsächlich ausgelaufen. Das Elektrolyt hat bereits 2 Leitbahnen zerstört.

Sobald ich die Ruhe habe, werde ich den ausgelaufenen Kondensator entfernen, die Platine reinigen und die zerstörten Leiterbahnen überbrücken. Und wenn ich schon dabei bin, werden alle etwa 20 Kondensatoren gegen neue getauscht, damit das Problem nicht so schnell wieder auftaucht.